Aktuelles

Von einer schnelllebigen Zeit und dem plötzlichen Älterwerden

Es ist kein Märchen, obwohl ein Zauber die Hauptrolle spielt. Es ist auch kein Gesundheitsbuch, obwohl es um das Thema Demenz geht. „Hab’ keine Angst, mein Mädchen“ ist ein Roman, der von allem so ein bisschen hat und gerade deshalb so besonders ist. Die Autorin Sigrid Hunold-Reime hat ihr Buch im „Haus Dieter“ in Waren vorgestellt. Nicht ohne Grund. Denn Beate Böser gab die eine oder andere Inspiration für das Werk.

Lesung2-web

„Als ich vor zwei Jahren mit diesem Roman begonnen habe, wollte ich von unserer schnelllebigen Zeit, diesem allseits präsenten Multitasking und ungemütlichen Kaffee im Gehen schreiben. Denn all das lässt uns nicht bemerken, wie wir alt werden. Ich habe dann an einem Seminar in Hannover teilgenommen, Dozentin war Beate Böser aus Waren. Dieses Seminar war für mich sehr wertvoll – nicht nur, weil meine Schwiegermutter an Demenz erkrankt ist. Vielmehr habe ich gemerkt, dass viele Erkenntnisse aus diesem Seminar gut in meinen Roman passen“, erzählt die Autorin. Und so sind Ähnlichkeiten mit realen Personen nicht zufällig, sondern pure Absicht. Etwa das „Haus am See“, das Sigrid Hunold-Reime beschreibt. Oder die Frau „Bremer“ mit den lockigen schwarzen Haaren, bei deren Beschreibung gleich alle Zuhörer der Lesung Beate Böser vor Augen hatten.

Lesung1-web

Zum Inhalt des Buches: Die Hauptperson ist eine junge, erfolgreiche Frau, Anfang 40, zwei Kinder, die ihr Leben straff durchorganisiert hat und die von ihrer Mutter mit einem Zauber belegt wird: Plötzlich ist sie nämlich 86. Sie selbst merkt davon nichts, aber ihr Umfeld. Es braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, dass es da zu allerlei Missverständnissen und komischen Situationen kommt, aber auch zu Momenten, die nachdenklich machen.

Zwischen den Kapiteln finden sich Interviews über das Älterwerden, die ebenfalls innehalten lassen. Und genau das will die Autorin mit ihrem Buch erreichen. Wir empfehlen diesen Roman und wünschen viel Spaß beim Lesen.